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Geschichte
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Fast untrennbar verbunden mit der Klostergeschichte ist die des Dorfes,
das bis 1851 Hundsholz hieß. Die Gemeinde führte deshalb bereits im 16.
Jahrhundert in ihrem Wappen einen aufspringenden Hund zwischen zwei Bäumen
("Holz"). Als Folge der "Eingemeindung" des Klosters im Jahre 1843 übernahm die
Gemeinde den Namen des Klosters. Im Ortswappen findet sich deshalb heute der
Eber aus dem Klosterwappen.
1054 wurde an der Stelle der heutigen
Ulrichskapelle im Kloster zu Ehren des 993 heilgesprochenen Augsburger Bischofs
Ulrich eine Kapelle geweiht. Ein Nachkomme der Kapellenstifter war Volknand von
Staufen. Dieser ließ 1178 in der Nachbarschaft der Roggenburg ein
Kloster errichten. Drei Jahre später nahm Kaiser Friedrich I. Barbarossa das
Kloster in seinen unmittelbaren Schutz, nicht zuletzt weil der Klostergründer
ein Vetter dritten Grades zu ihm war. Aus der um 1240 niedergeschriebenen
Klosterchronik wissen wir, dass Volknand von Staufen dem Kloster auch einen Teil
des Dorfes Hundsholz schenkte. Das Dorf bestand also schon zur Zeit der
Klostergründung. Bereits 1188 wurde neben dem Männerkloster ein Frauenkloster
errichtet. Dieses bestand bis 1476 und wurde dann nach Lauffen am Neckar
verlegt.
Nach dem Ende der Staufer wurden die Grafen von Württemberg
Schirm- und Schutzherren des Klosters und damit auch von dessen Grundherrschaft.
Diese Grundherrschaft des Klosters umfasste bis zur Reformation 10 Dörfer und 19
Weiler mit 17 Pfarrkirchen sowie 37 Höfen, 22 Mühlen und weitere Einzelgüter in
144 Orten. Unter den 11 Mannsklöstern Württembergs stand Adelberg der
Steuerkraft zufolge Hirsau, Maulbronn und Bebenhausen an 4. Stelle. Im
Bauernkrieg von 1525 brannte ein Teil des Klosters nieder. Zehn Jahre später
führte Herzog Ulrich in seinem Herzogtum Württemberg die Reformation ein. Das
Kloster wurde nun aufgehoben.
Den reichen Grundbesitz verwaltete nun ein
besonderes Klosteramt bzw. später Klosteroberamt.
Hundsholz zählte im
Jahre 1525 49 Häuser, also etwa 250 Einwohner. Die Dorfbewohner, wie auch
die von Ober- und Unterberken sowie aus der damaligen klösterlichen Glashütte
Nassach wurden in der Ulrichskapelle mit Gottesdiensten versehen. Um diese alten
Rechte abzulösen und damit Klosterfremden den Zutritt ins Klosterareal zu
sperren, ließ Abt Berthold Dürr in den Jahren 1490 – 1493 in Hundsholz die
aufwendige Dorfkirche errichten. Seit der Reformation ist sie Pfarrkirche der
evangelischen Kirchengemeinde.
Bis 1565 hatte sich die Reformation
soweit gefestigt, dass in der Person von Christoph Binder ein erster
evangelischer Abt in die Prälatur im Kloster einziehen konnte. Seine Aufgabe war
es vor allem, eine protestantische Klosterschule zur Ausbildung des
theologischen Nachwuchses aufzubauen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg bestand
diese. Das Herzogtum Württemberg wurde in vier kirchliche Verwaltungsbezirke
eingeteilt, sog. Generalsuperintendenzen. Ihnen unterstanden die Dekanate ihres
Sprengels. Adelberg wurde nun Sitz eines solchen Generalsuperintendenten, d.h.
die protestantischen Vorsteher des Klosters nahmen diesen Rang ein. Von 1565 bis
1805 währte diese nur im Dreißigjährigen Krieg unterbrochene Reihe. Mit der
Neuordnung des Deutschen Südwesten unter Napoleon endete nicht nur die Reihe der
geistlichen Vorsteher des Klosters, sondern auch das Klosteroberamt. Es wurde
1807 aufgehoben. Das Kloster und die Gemeinde Hundsholz wurden nun dem Oberamt
Schorndorf zugeteilt.
Die Bewohner von Hundsholz waren lange sehr arm,
besaß doch den meisten Grund und Boden die Klosterverwaltung. Unter den
vielleicht 350 Einwohnern zählte man 1721 rund 50 Handwerker. Im Verhältnis zu
den anderen Gemeinden war sie überbesetzt. Ihr karges Brot verdienten sie sich
vorwiegend durch Arbeiten im Klosterbereich sowie durch Holzhandel und später
Viehzucht.
1769 wohnen in Hundsholz 403 Einwohner. Ihnen gehörten 80
Häuser, 42 Scheunen und 111 Stallungen. Das Kloster zählte 56 Bewohner, 15
Häuser, 6 Scheunen und 32 Stallungen.
Weitsichtig war der Erwerb der
einstigen Klosterbesitzungen im Kloster und Dorf durch die Gemeinde Hundsholz im
Jahre 1830. Rund 80 ha Land, das Oberamteigebäude, das Maiereigebäude, die
Zehntscheuer sowie verschiedene Nebengebäude gingen für 34 000 Gulden an die
Gemeinde über. Durch Weiterverkauf einiger Grundstücke und Gebäude konnte ein
Viertel des Kaufpreises aufgebracht werden; ein Drittel hatte bar bezahlt werden
müssen. Der andere Grundbesitz wurde an die Bürgerschaft zu günstigen
Bedingungen verpachtet. Dies sprach sich schnell herum, so dass die Gemeinde
bald die Bürgeraufnahmegebühr erhöhen musste, um den Zuzug zu steuern. Dies und
die Auswanderungsbewegung bewirkten, dass die Einwohnerzahl eher rückläufig war.
1851 wurden 850 Einwohner gezählt und 1912 waren es 705.
Als die
Industrie im Filstal Einzug hielt, machten sich auch viele Adelberger auf den
Weg, um hier ihr Brot zu verdienen. Das ging zunächst recht mühsam. 1890 wurde
die bis dahin mehr schlecht als rechte Verbindungsstraße nach Göppingen neu
angelegt.
1912 war die Nebenbahnlinie nach Göppingen fertig und der Ort
bekam zusammen mit Börtlingen eine Station. 1928 wurde eine Busverbindung nach
Göppingen und Schorndorf eingerichtet. Bereits 1924 wollte die Gemeinde deshalb
vom Oberamt Schorndorf weg und dem Oberamt Göppingen zugeteilt werden. Das
Vorhaben scheiterte jedoch aufgrund finanzieller Forderungen der Göppinger
Amtskörperschaft. Aus dem Antrag erfahren wir, dass etwa 130 Personen in den
Industriebetrieben des Filstals Beschäftigung fanden. Dazu wurden
landwirtschaftliche Produkte ausschließlich nach Göppingen geliefert. Auch der
weitaus größte Teil des auf der Markung geschlagenen Nutzholzes fand im
Oberamtsbezirk Göppingen Abnahme.
Erst durch die Kreisreform von 1938
kam Adelberg zum Landkreis Göppingen, mit dem es die Jahrhunderte zuvor fast
enger verbunden war als mit Schorndorf.
Auch die evangelische
Kirchengemeinde ist seit kurzem wieder Teil des Dekanats Göppingen. Ihre
kommunale Selbständigkeit konnte die Gemeinde 1971 durch die Bildung des
Gemeindeverwaltungsverbandes "Östlicher Schurwald" zusammen mit Rechberghausen
und Börtlingen wahren. Ein Jahr später erfolgte der Anschluss von Birenbach.
Die lange Zeit stagnierende Einwohnerzahl schnellte 1946 durch den Zuzug
von Heimatvertriebenen auf 1 112 hoch gegenüber 761 im Jahre 1939. Neue
Baugebiete wurden in der landschaftlich schön gelegenen Gemeinde erschlossen.
Überraschend groß ist das Arbeitsplatzangebot in dem Schurwaldort. Theoretisch
gesehen hätte bei rund 800 Arbeitsplätzen jeder der knapp 2000 Adelberger
seinen Arbeitsplatz am Ort.
Als staatlich anerkannter Erholungsort hat
sich die Gemeinde auch über den Kreis Göppingen hinaus einen guten Ruf erworben.
Dafür sorgen im kulturellen Bereich die Klosteranlage mit sehenswerten
Baudenkmalen und Kunstschätzen, dem Museum in der "Klostervilla" und die
alljährlich im Frühsommer stattfindenden Freilichtspiele. Dazu lässt sich
trefflich und gut Wandern, Radfahren und Einkehren in und um Adelberg.
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