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Ihre Bürgermeisterin informiert:

Adelberg, den 18.03.2020

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

in den letzten Tagen mussten wir erleben, wie unser Alltag im Stundentakt immer weiter aus den Fugen geriet. Pläne, egal wie langfristig und bedeutsam, fielen in sich zusammen. Auf ein Konzert oder den Urlaub hat sich mancher monatelang gefreut. Ein runder Geburtstag, die Hochzeit oder die Konfirmationen ist einmalig und droht nun zurückgestellt zu werden. Begrüßungskontakte und andere gute Gewohnheiten müssen wir uns abgewöhnen. Leidenschaften wie den Fußball und andere liebgewonnene sportliche Aktivitäten müssen wir spontan aufgeben. Und niemand weiß wie lange diese Situation andauert.

Die gesundheitliche Vorsorge verlangt Isolierung, wo immer es geht. In unserer westlichen Welt fällt es schwer, dies zu akzeptieren. Jetzt ist Abstand geboten, obwohl wir doch gerade jetzt schützende und einfühlsame Gemeinschaft bräuchten. Paradoxerweise dient es dieser Gemeinschaft, wenn wir andere durch Abstand schützen. Abstand halten ist gemein-schaftliches Handeln, mit dem wir füreinander sorgen.

Ein winziges Virus, für das bloße Auge unsichtbar, verändert unsere Sicht auf die Welt. Aus Angst vor Ansteckung werden Menschen getrennt. Grenzen werden geschlossen, auch innerhalb der EU, weil dadurch die Corona-Gefahr gebannt oder zumindest verlangsamt werden soll. Zugleich zeigt das Corona-Virus, wie verflochten die Weltgemeinschaft ist. War die Krankheit im Januar noch weitgehend auf China beschränkt, ist das gesellschaftliche Leben in Europa zwei Monate später lahmgelegt und die Weltwirtschaft auf Talfahrt. Deutlicher kann man nicht machen: Wir leben in nur einer Welt. Wir sind eine globale Schicksalsgemeinschaft. Und wir haben ein gemeinsames Ziel: die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Dazu gehört es auch, Veranstaltungen abzusagen. Alle Vereine und auch die Kirchen haben bereits in der letzten Woche schnell und umsichtig reagiert. Schön zu sehen ist, wie stark der Zusammenhalt in der jetzigen Situation ist. Beeindruckend war auch, dass Schulen und Kindergärten zusammen mit unseren Verwaltungen innerhalb von wenigen Stunden ein Notfallsystem aufgebaut haben. Besonderen Respekt verdienen die Personen, welche in „systemrelevanten Berufen“ wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen, Apotheken oder Supermärkten arbeiten. Ihnen gilt unser herzlicher Dank!

Was wir jetzt tun, stärkt unsere Gemeinschaft, weil wir uns einander umsorgen und uns gegenseitig schützen. Und dennoch - bleiben Sie in Kontakt: Im Internet, am Telefon und in persönlichen Begegnungen über den Gartenzaun oder im familiären Kreis, wo dies möglich ist. Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft und Gottes Segen in der bewegenden Zeit, die alle herausfordert. Bleiben Sie gesund!

 

Ihre

Carmen Marquardt

 

 

 
 
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