Aktuelles aus dem Rathaus

Jetzt reicht es!


Seit Jahren ist es in der Kinderbetreuung in Adelberg immer wieder zu Veränderungen gekommen.

Einerseits begründet durch eine professionelle Weiterentwicklung, andererseits leider oftmals durch unzählige Kompromisslösungen, damit die Einrichtungen geöffnet werden konnten, um dem Betreuungsbedarf der Familien gerecht zu werden.


Beispielsweise:

  • Die Inbetriebnahme einer Schulkindbetreuung für Schulkinder der 1. bis 4. Klasse vor der Schule und am Nachmittag im Kindergartengebäude.
  • Einen Waldplatz, um die beengte Situation im Kindergarten-Bistro zu entzerren und um eine ruhigere Essensatmosphäre für die Kinder zu gewährleisten.
  • Ein neues Mittagessenskonzept aufgrund der zu wenigen Essensplätze.
  • Outdoortage, um für mehr Ruhe im überfüllten Kindergartengebäude zu sorgen.
  • Start des Naturkindergartens mit Personal aus dem Kindergarten, damit alle Kindergartenkinder eine Betreuung bekommen können.
  • Ausnahmeregelungen in der Kleinkindbetreuung.
  • Personalraum zur Verfügung gestellt, damit Kleingruppenarbeiten ungestört angeboten werden können.
  • Keine Schließung einer Gruppe trotz Wasserschaden im Gartengeschoss.
  • Umsiedelung der Schülerbetreuung in die Grundschule und aufgrund des steigenden Bedarfes der Schulkindbetreuung Teilung der Gruppe und Eröffnung der Schülerbetreuungsgruppe 2 im Rathaussaal. Eigentlich nur als Übergangslösung geplant, da kein Außenbereich zur Verfügung steht und der Saal nur bedingt für eine Betreuung von Kindern geeignet ist.
  • Sharing Plätze in der Schülerbetreuung, damit möglichst viele Eltern ihren Betreuungsbedarf abgedeckt bekommen.

Vor nunmehr fast 3 Jahren wurde das Projekt

ZukunftsEntwicklung BetreuungsRäume Adelberg (ZEBRA)

ins Leben gerufen.


Es wurden Arbeitsgruppen mit Teilnehmenden aus der Elternschaft, der Kinderbetreuung des Kindergartens und der Schülerbetreuung, des Elternbeirats, des Gemeinderats und der Trägerschaft gebildet. Des Weiteren gab es einen Klausurtag mit Besichtigungen anderer neugebauten Kindergärten.

Seit diesem Zeitpunkt war für das Betreuungspersonal der Gedanke einer Zukunftsperspektive für die beengte und auf Notlösungen gefußte Kinderbetreuung in Adelberg geboren.

Ein Grundstück wurde gesucht, Pläne für einen Neubau eines Kindergartens und der Umbau des jetzigen Kindergartengebäudes für die Schülerbetreuung wurden in Auftrag gegeben. Dies war auch nötig, um Fördergelder beantragen zu können.

Jedoch wurden die Pläne stetig von manchen Gemeinderäten durch unzählige Prüfprozesse verlangsamt und die finale Entscheidung wieder und wieder verzögert. Dieser Boykott verursachte aufgrund der Inflation eine Kostensteigerung des Projekts um 1,8 Millionen Euro und lässt die Frage aufkommen, wie sehr das Wohl der Kinder hier bedacht wird.

Sogar eine Petition Namens „ADELBERG – für eine geordnete Zukunft: Kein Kindergartenprojekt UM JEDEN PREIS!“ wurde ins Leben gerufen, mit dem Argument auf keinen Fall eine „extreme Verschuldung mit negativen Folgen“ verursachen zu wollen, andererseits würde allein schon die geforderte Halle des TSV für eine Verschuldung in Millionenhöhe sorgen. Dann wäre aber immer noch nicht der gesetzliche Anspruch auf Kita- und Schülerbetreuungsplätze abgedeckt.

Nun wird eine Gesamtlösung in der Seestraße favorisiert, die wieder neu geprüft wird und somit neue Kosten verursacht und auch wieder die Beantragung von Fördergeldern verzögert.

Um dem Gemeinderat Gedanken, Fragen und Wünsche des Teams der Kinderbetreuung mitzuteilen, um Aussprache und Verständnis zu erlangen, erbat das Betreuungsteam eine nichtöffentliche Sitzung. Das Kindergarten- und Schülerteam stellte dar, dass seit Jahren mit Übergangslösungen gearbeitet wird und nun Zukunftsperspektiven dringend gebraucht werden. Das Team ist nicht mehr bereit, weitere Notlösungen zu suchen und Kompromisse auf dem Rücken der Kinder und dem des Personals einzugehen!

Auch die Idee von Teilen des Gemeinderats, einen großen Waldwagen zu beschaffen, sollte aus Sicht des Kinderbetreuungsteams ein zusätzliches Angebot für Familien werden und keine weitere Kompromisslösung sein. Familien sollten im Ort eine Wahlmöglichkeit bekommen und bestmöglich unterstützt werden.

Zusätzlich zur knappen Personalsituation liegen aufgrund der Perspektivlosigkeit Kündigungen von MitarbeiterInnen vor. Es wurde dringendst darum gebeten, dass personelle Belange in nichtöffentlichen Sitzungen mit der Verwaltung geklärt werden und nun endlich eine konstruktive und zielführende Zusammenarbeit im Gemeinderat möglich wird. Der Kampf einzelner Gemeinderäte/in wird auf dem Rücken der Familien und dem Personal ausgetragen und wirkt wie ein Feldzug gegen die Verwaltung!

Dennoch wird einige Tage nach der nichtöffentlichen Aussprache in der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung bei der Abstimmung zum Haushaltsplan 2024 wiederum vehement gegen die Neuorientierung der Kinderbetreuung debattiert. Trotz dem Wissen, dass die Kinderbetreuung eine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist. Sogar von viel zu hohen Personalkosten ist hier wieder die Rede, obwohl die aktuelle Situation der Unterbesetzung im Kindergarten bekannt ist und es hier um einen Mindestpersonalschlüssel geht und nicht um eine Überbesetzung.

Bei diesem Vorstoß der Gemeinderatsmitglieder Frau Beißwenger und Herrn Önüt wurde den Mitarbeiter/innen der Kinderbetreuung, den Kindern und deren Eltern wissentlich die Zukunftsperspektive genommen. Diese Sitzung war für alle Mitarbeitenden ein Schlag ins Gesicht!

Alle Bürger/innen mögen sich einmal vorstellen, was es für Adelberg bedeutet, wenn die Kinderbetreuungseinrichtungen schließen. Wie sähe die Zukunft im Ort aus?

  • Keine gute Kinderbetreuung bedeutet keine Attraktivität für Familien hierher zu ziehen, ein Haus oder einen Bauplatz zu erwerben.
  • Keine Zuzüge bedeuten auch ein Überaltern der Gemeinde.
  • Es kommt zu einer Schrumpfung der Einwohnerschaft, was dazu führt keinen Arzt und kein Ladengeschäft mehr halten zu können.
  • Ganz zu schweigen, was es für eine einzügige Grundschule und auch für jeden Verein bedeutet keinen Nachwuchs zu bekommen.

Daher sagen wir nun: Jetzt reicht es!


So geht man nicht mit seinen Mitarbeiter/innen und den Familien um! Denn, wenn weiteres Personal die Einrichtungen verlässt, wird es zu drastischen Reduzierungen der Öffnungszeiten bis hin zu Schließungen kommen.


Trotz all der Widrigkeiten sind wir aber noch hier und versuchen nun mit diesem Artikel Gehör in der Bürgerschaft zu finden und etwas zu verändern.

Hier möchten wir auch nochmals betonen, wie dankbar wir für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sind, die uns stets wertschätzend begegnet und nach aller Möglichkeit unterstützt.

Wir sind ein junges, engagiertes, zukunftsorientiertes Team, das bisher durch unsere Kindergartenleitung Claudia Bürkert neue pädagogische Ansätze verfolgen und erproben konnte. Jeder im Team weiß dies zu schätzen und möchte diesen hohen Qualitätsstandard, den wir uns über Jahre erarbeitet haben, beibehalten.

Wir sind für eine gute Zukunft der Kinderbetreuung im Ort!


Es grüßen
die Mitarbeitenden des Kindergartens, des Naturkindergartens und der Schülerbetreuung