Pressemitteilungen Landratsamt Göppingen - Forstamt

Pflanzaktion der Internationalen Bachakademie und der Volksbank Göppingen im Bad Überkinger Wald verbindet Natur und Kultur.

Haydens Schöpfung bringt Kinder und Musik in den Wald.

Göppingen, 14.04.2022 – Die Internationale Bachakademie verbinden in Ihrem Projekt “Die Schöpfung – Erde an Zukunft” Kultur und Natur. Am 12.04. pflanzten 35 Kinder der Hiltenburggrundschule Ditzenbach auf Initiative der Bachakademie 150 Bäumchen im Bad Überkinger Gemeindewald. Unter der Koordination des Forstamtes Göppingen engagierten sich sowohl die Volksbank Göppingen als auch das Forstunternehmen Schulz aus Auendorf für diese Aktion durch das Sponsoring der Pflanzen und die Vorbereitung der Pflanzfläche. Kinder können nun erfahren, wie ihre „Schöpfungsbäume“ Wurzeln schlagen.

“Wir freuen uns, die Kinder im Wald zu haben und den Wald für sie erlebbar zu machen. Nur so lernen sie die Wertschätzung der Natur”, so Forstamtsleiter Martin Geisel am 12.04.2022 im Bad Überkinger Wald. Dies bestätigte Diana aus der vierten Klasse, denn sie meinte, ”es wird wohl voll der langweilige Tag; dabei war es super cool”. Die Rektorin der Hiltenburgschule Ditzenbach, Judith Ludwig, ist ebenfalls begeistert von der Initiative und dem Engagement aller Parteien: “Bildung ist immer ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. So konnten sich unsere Kinder physisch mit der Umwelt auseinandersetzen und das Gelernte erleben.”

Im Winter wurden die hiebsreifen Fichten, die vor der Pflanzaktion noch auf der Pflanzfläche standen, geerntet und machen nun Platz für eine neue Waldgeneration. Diese Bäumchen, welche die engagierten Dritt- und Viertklässler in den Boden brachten, sind Arten, die dem Klimawandel besser trotzden können, als das bei der Fichte der Fall ist. Die Mischung aus Douglasie, Spitzahorn und Kirsche kommt mit den zunehmenden Extremwetterereignissen wie Dürre, Hitze, Sturm, Spätfrost und Nassschnee besser zurecht und erhöht die Baumartenvielfalt am Albtrauf. Ein Gewinn für den Wald.

Begleitet wurde die Pflanzaktion auch von der Vertreterin der Volksbank Göppingen, Frau Stuhler, die sich sehr darüber freute, im Rahmen der Klimainitiative “Morgen kann kommen” die Pflanzung von insgesamt 600 Bäumen unterstützen zu können.

Kinder nachhaltig für Musik, Gesang und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit begeistern – dafür engagiert sich die Internationale Bachakademie Stuttgart in ihrem Projekt “BachBewegt!Singen!”. Rund eintausend Schulkinder der Region Stuttgart erarbeiten mit ihren Lehrern Chorstücke aus „Die Schöpfung – Erde an Zukunft“. Im Zentrum steht dabei Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ von 1798, welches in kindgerechter Fassung vom 3. bis 15. Mai in Kooperation mit der Gaechinger Cantorey in verschiedenen Städten rund um Stuttgart aufgeführt wird. Näheres erfahren Sie hier: https://www.bachakademie.de

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Pflanzaktion des Lions Clubs Geislingen in Kooperation mit dem Forstamt

Gemeinsame Pflanzaktion für eine neue klimastabile Waldgeneration bei Böhmenkirch

Göppingen, 11.04.2022 – Am 09.04.2022 wurde ein bunter Strauß verschiedener standortsgeeigneter Jungpflanzen von 15 engangierten Mitgliedern des Lions Clubs Geislingen und der Leos Geislingen unter Anleitung des Forstamtes Göppingen in den Waldboden gebracht. Rund 1.500 Buchen, Ahorne und Weißtannen lösen nun einen vom Sturm, Borkenkäfer und der Dürre der letzten Jahre gezeichneten Fichtenbestand ab. Mit geballter Muskelkraft wurde hier der Wald von morgen gepflanzt.

Die Pflanzaktion im Privatwald eines Böhmenkircher Waldbesitzers fügt sich in das diesjährige Kampagnenmotto “Das Blatt wenden – gemeinsam für die Zukunft unserer Wälder” der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg ein. “Wir spüren den Klimawandel hautnah in unserer täglichen Arbeit. Die Auswirkungen des Klimawandels mit Hitze, Dürre, Käferkalamitäten prägte unsere Arbeit schon die letzten Jahre. Genau deswegen müssen wir frühzeitig für einen artenreichen Wald sorgen, der den kommenden Klimaextremen besser trotzen kann.”, so Forstamtsleiter Martin Geisel am Samstag, den 09.04.2022 in Böhmenkirch.

Bisher standen an dieser Stelle alte Fichten im Reinbestand, also ohne Mischbaumarten. Die Fichte ist in höheren Lagen beheimatet und auf viel Niederschlag und kühle Temperaturen angewiesen. Schon seit vielen Jahren ist bekannt, dass die Fichte in den mittleren und niederen Lagen des Landes an ihre Grenzen kommen wird, so auch im Landkreis Göppingen. Nach den trockenen und zu warmen Sommern der letzten Jahre haben die Fichten so weit an Vitalität verloren, dass Schädlinge wie Borkenkäfer ein leichtes Spiel haben und sich massenhaft vermehren können. Noch ist nicht absehbar, welche Baumarten sich dauerhaft an das sich veränderte Klima anpassen können, daher ist eine bunte Mischung an Baumarten wichtig, die gegebenenfalls den Ausfall einer Baumart abfangen können. Im Fokus sind Baumarten, die mit Hitze, Trockenheit, aber auch anderen Klimaextremen wie Sturm, Spätfrost und Nassschnee besser zurecht kommen.

Steffen Bucher, Initiator der Pflanzaktion und Präsident des Lions Clubs Geislingen freut sich über die rege Beteiligung der Mitglieder. “Die Pflanzaktion gibt uns die Möglichkeit selbst etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und uns mit der Thematik auseinanderzusetzen”, so Steffen Bucher. Für den Lions Club ergeben sich dadurch auch Einnahmen, denn der Waldbesitzer wird die Clubmitglieder für ihre Kulturarbeit entlohnen. Die Einnahmen möchte der Lions Club gemäß dem Club Motto “We serve” auch gleich für wohltätige Zwecke einsetzen. Präsident Bucher denkt da an die Unterstützung der Ukraine Flüchtlinge in Geislingen.

Sie haben Lust bekommen selbst aktiv zu werden, haben aber keinen eigenen Wald oder wollen Baumpflanzaktionen sponsern? Dann sind Sie bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) richtig. Die SDW koordiniert deutschlandweit Pflanzprojekte und bietet vielerlei Informationen zum Thema:
https://www.sdw.de/fuer-den-wald/waldschutz/

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21. März 2022 - internationaler Tag des Waldes Tag des Waldes soll Fokus auf die Wälder vor unserer Haustür lenken und zu bewussterem Umgang mit unserer Natur anstoßen.

Göppingen, 21.03.2022 - Der 21. März wurde erstmals 1971 von der FAO als „Internationaler Tag des Waldes“ proklamiert. Seit 2012 ist dieses Datum offizieller Aktions- und Thementag der Vereinten Nationen. Wälder schützen und nachhaltig nutzen anstatt sie zu zerstören, lautet seitdem die Botschaft des jährlich überall auf der Welt begangenen Waldtages. “Der Landkreis Göppingen unterstützt den Schutz der Wälder und damit den Schutz unserer Lebensgrundlage. Der Erhalt gesunder Wälder durch nachhaltige Forstwirtschaft ist ein Generationenauftrag. ” so Landrat Edgar Wolf am 21.März 2022.

In Deutschland ist die Waldfläche, dank strenger Regeln bezüglich der Waldnutzung, konstant. Doch weltweit geht der Raubbau am Wald und dem damit verbundenen Flächenverlust weiter. Als Welttag des Waldes würdigt der „International Day of Forests“ die Wichtigkeit aller Wälder – vom borealen Nadelwald bis hin zum tropischen Regenwald.

Deutschland liegt im Bereich der sommergrünen Wälder der Nordhalbkugel. Hier übernimmt der Landkreis Göppingen eine besondere Verantwortung für die Buchenwälder, deren Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa liegt. Besonders der Albtrauf ist charaktieristisch für unsere Region und bietet einzigartige Wuchsbedingungen.

Mit 35 % Flächenanteil, 8 großen Flora-Faune-Habitat-Gebieten, 20 Naturschutzgebieten und vielen weiteren Besonderheiten bieten unsere Wälder weit mehr als nur regionales und nachhaltig erzeugtes Holz. Die Göppinger Wälder bieten zahlreichen (auch seltenen) Tieren einen Lebensraum, sie produzieren neuen Sauerstoff für die Bevölkerung, regulieren das Klima, bieten Erholungsraum, filtern Wasser, schützen den Boden vor Erosion und vieles mehr. Nicht zu vergessen ist die Kohlenstoffspeicherung, die jede photosynthesebetreibende Pflanze für uns leistet. Allein in Deutschland entlasten Wälder die Atmosphäre jährlich um über 50 Millionen Tonnen CO2.
Der Tag des Waldes soll jährlich betonen, wie wertvoll Wälder für die gesamte Menschheit sind. Achten auch Sie auf die Herkunft Ihrer Papier- und Holzprodukte und legen Sie den Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Orientierung gibt dabei der weltweit geltende PEFC-Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Nach diesem Standard werden Wälder zertifiziert, wenn diese nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien nachhaltig bewirtschaftet werden und die Schutzfunktion, Nutzfunktion und Erholungsfunktion gleichermaßen erfüllen.

Weitere Informationen rund um den Tag des Waldes finden Sie unter:
http://www.fao.org/international-day-of-forests/en/ und https://www.tag-des-waldes.de/

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20. Göppinger Wertholzsubmission – Rekorderlöse zum 20.-jährigen Jubiläum der Wertholzsubmission

Göppingen, 08.03.2022 – Auch bei ihrer 20. Auflage endete die Göppinger Wertholzsubmission durchweg erfolgreich. Private und kommunale Waldbesitzer aus den Landkreisen Göppingen, Esslingen und dem Rems-Murr-Kreis sowie die Staatswaldbetriebe Schurwald und Schwäbisch-Fränkischer-Wald versteigerten ihre schönsten Stämme traditionsgemäß bei der „Göppinger Wertholzsubmission“. Die 1280 Stämme erzielten einen Erlös von rund 1.200.000 Euro. Der Durchschnittspreis je Stamm lag umgerechnet bei der stolzen Summe von 940 Euro.

Insgesamt lagen auf den Submissionsplätzen, den ehemaligen Bundeswehrdepots in Unterberken und Urbach, 2.620 Kubikmeter der schönsten Stämme dieser Einschlagssaison. Dabei kamen rund 60 % der Stämme aus dem Kommunal- und Privatwald und 40 % aus dem Staatswald. Die Verteilung zwischen Laubholz und Nadelholz war dieses Jahr nahezu ausgeglichen, die Auswahl unter 22 Baumarten groß.
Beim Laubholz dominierten Eichen (1.040 m³) gefolgt von Eschen (200 m³) und bei den Nadelhölzern waren Douglasien (770 m³), Fichten (270 m³) und Lärchen (149 m³) am häufigsten vertreten. Der Durchschnittspreis von 472 Euro je Kubikmeter Holz über alle Baumarten hinweg entspricht einem sehr guten Ergebnis und stellt eine Steigerung von 20 Euro zum Vorjahr dar. Dabei war die signifikantere Preissteigerung im Laubholz zu verzeichnen. Der Durchschnittspreis bei Eiche, welche die häufigste Laubbaumart auf dem Submissionsplatz darstellte, lag dieses Jahr über 200 Euro höher als im Vorjahr, was einem Preisanstieg von 35 % entspricht. Der wertvollste Stamm, die sogenannte „Braut vom Platz“, war dabei ein 5 Kubikmeter messender Eichenstamm mit einem Mittendurchmesser von 92 Zentimetern und einer Länge von 7,5 Metern aus dem Nürtinger Stadtwald. Der Stamm erzielte einen stolzen Preis von über 9.900 Euro.

„Die Göppinger Wertholzsubmission ist für alle Waldbesitzenden der Region eine großartige Möglichkeit, ihre wertvollen Stämme zu Bestpreisen zu verkaufen. Das sehr gute Ergebnis spiegelt die weiter zunehmende Nachfrage der Holzbranche nach hochwertigen und nachhaltigen Produkten wieder. Wir freuen uns besonders, dass wir bei der 20. Auflage unserer Submission sowohl das kleine Jubiläum wie auch das tolle Rekordergebnis feiern dürfen.“, so Philipp König, Leiter der kommunalen Holzverkaufsstelle im Landratsamt Göppingen.

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Holz ist groß und daher beteiligen sich 47 Bieter aus ganz Deutschland und auch aus dem benachbarten Ausland. Diese reisten sogar von Frankreich, aus der Schweiz, Österreich und ganz Deutschlands an. Allein nach Frankreich konnten Eichen im Wert von 262.000 € versteigert werden.
Das Nadelholz wird hauptsächlich als hochwertiges Bauholz für Fassaden, Terrassen oder den Innenausbau verwendet. Bei den Laubhölzern hingegen werden die Top-Stämme häufig zu Furnieren verarbeitet, die dann für den besonders hochwertigen Innenausbau verwendet werden, z.B. bei Hotel- und Gastronomieeinrichtungen, in Bürogebäuden oder auch als Fahrzeug- oder Yachtinterieur. Natürlich wird ein Großteil der Furniere auch in der Möbelindustrie im Sichtbereich von Möbelstücken eingesetzt.
Das Laubsägeholz wird sehr unterschiedlich verwendet. Die eine oder andere Esche dient als Sportgerät in der Turnhalle. Eine wichtige Verwendung der Eichenbretter ist der Holzfassbau, z. B. für die bekannten Barriques, die dem hochwertigen Rotwein die besondere Geschmacksnote verleihen – in diesem Fall nach Göppinger Eiche.

Ansprechpartner
Forstamt Göppingen - Holzverkaufsstelle
Philipp König
Telefon: 07161 202-2440
Fax: 07161 202-2492
E-Mail: p.koenig(@)lkgp.de
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Hutewald Nordalb erfolgreich reaktiviert

Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt Anstieg der Biodiversität durch Beweidungs- und Auflichtungskonzept.

Göppingen, 07.02.2022 - Einst wurde der Wald durch Megaherbivore, wie das Waldnashorn und den Auerochsen, offengehalten. Durch die Nutzung des Waldes in Form von Holzeinschlag und als Futterquelle für Weidevieh, als sogenannte Waldweide, übernahm der Mensch somit zunächst unbewusst zumindest teilweise die Aufgabe der ausgerotteten Megaherbivoren. Gemeinsam mit anderen Waldnutzungsformen, wie z.B. der Holzernte und des Sammelns von Reisig, führte dies allerdings über die Jahrhunderte zu einer Übernutzung und damit zu einer Degradierung der Wäldern.

Nachdem der Hutewald Deggingen noch bis in die 1930er Jahre für die Fütterung der Tiere genutzt wurde, wurde dessen Bedeutung anschließend vergessen und der ehemals lichte Wald schloss sich wieder. Hiermit verloren zahlreiche licht- und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum im Wald. 2007 beschloss die Gemeinde Deggingen in Begleitung durch das Forstamt Göppingen, den Hutewald Nordalb zu reaktivieren und die lokale Beweidung im Wald wiedereinzuführen. Mit Erfolg für den Artenreichtum!

Im Rahmen einer Masterarbeit wurden im Jahr 2021 wiederholt Vegetationsaufnahmen im Degginger Hutewald durchgeführt, um die Entwicklung der Biodiversität durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen zu überprüfen. Insgesamt wurden etwa 104 Blütenpflanzen-, 35 Gräser-, 3 Farn-, 21 Strauch- und 16 Baumarten festgestellt. Die beweideten Flächen wiesen im Vergleich zu 2012 eine deutliche Zunahme an Grasarten auf. Die Ergebnisse zeigen eine Zunahme der Artenanzahl um 20 % nach nur 9 Jahren Beweidung und Auflichtung. Noch dominieren die Waldarten. Langfristiges Ziel ist die Offenlandarten in den Vordergrund zu rücken und ein buntes Mosaik an Lebensräumen zu etablieren.

Das Beweidungskonzept einschließlich forstlichen Eingriffen ist ein landesweites Vorzeigeprojekt, welches zunehmend Waldbesitzer zum Nachahmen motiviert. Hier zeigt sich, dass das Zusammenspiel aus Tier und Mensch im Wald weitreichende positive Effekte auf die Artenvielfalt haben kann und neue Lebensräume entstehen lässt.

Wenn Sie neugierig geworden sind, empfiehlt das Forstamt eine Wanderung über die Nordalb. Der Hutewald ist ab dem Friedhof Deggingen ausgeschildert.

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Deutschlandweites Forschungsprojekt auf der Suche nach resistenten Eschen im Degginger Wald

Beerntung noch vitaler Eschen für Forschung zum Eschentriebsterben.

Göppingen, 01.02.2022 – Im Degginger Wald, genauer dem Hutewald Nordalb, ernteten Baumkletterer kürzlich Zweige aus den Baumkronen dreier vitaler Eschen. Die Zweige werden anschließend genetisch erforscht und für den Wissensausbau zum Erhalt der Esche genutzt. Wegen des für Eschen tödlichen Eschentriebsterbens wurde das deutschlandweite Forschungsprojekt FraxForFuture gegründet, welches sich in seinem Teilprojekt FraxGen auf die genetische Erforschung der Eschenresistenz konzentriert.

Das Eschentriebsterben ist eine Pilzinfektion, welche die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) in ihrer Existenz gefährdet. Das falsche weiße Eschenstengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz, dem unsere einheimische Esche kaum etwas entgegenzusetzen hat. Der mittlerweile im gesamten Wuchsgebiet der gemeinen Esche verbreitete Pilz führt von absterbenden Ästen, Kronenteilen und Wurzeln innerhalb weniger Jahre zum vollständigen Absterben des Baums.

Bisher wird davon ausgegangen, dass maximal 1 % aller Eschen in Deutschland resistent sind oder sich nach der Pilzinfektion regenerieren können. Vor Ausbruch der Pilzkrankheit betrug der Anteil der Esche an der Baumartenzusammensetzung im Landkreis 11%. Dieser Anteil nimmt stetig ab.

Bei FraxGen wird sowohl die genetische Variabilität der Eschen als auch der pilzliche Krankheitserreger untersucht. Ein Schwerpunkt dieses Verbundes liegt in der Auswahl von Plusbäumen. Diese gelten als zukunftsfähig, weil sie aktuell keine oder kaum Krankheitssymptome zeigen und Samenbäume resistenter Folgegenerationen sein können. Drei dieser möglichen Plusbäume stehen im Hutewald Nordalb und wurden kürzlich beprobt. Ergibt die genetische Untersuchung eine Resistenz, werden aus den Degginger Eschen Stecklinge zur Arterhaltung gewonnen und weiter erforscht. Sie dienen, zusammen mit weiteren Plusbäumen, als Hoffnungsträger für den Erhalt der Gemeinen Esche in Mitteleuropa.

Neben FraxGen entwickelt FraxForFuture eine nationale Strategie für Forstpraxis, Politik und Forschung, damit sie sich gemeinsam und effektiv für die Esche einsetzen können. FraxForFuture ist als Probelauf für den Umgang mit weiteren forstpathologischen Krankheitsbilden gedacht und soll die Reaktion auf zukünftige Schädlinge verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt FraxGen finden Sie unter www.fraxforfuture.de

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